Pflegekonzept

 ProVital Ambulante Pflege und Betreuung ist ein privates, selbstständig wirtschaftendes Unternehmen, das sich mit seinen Geschäftsräumen auf der Ewaldstr. 96, 45699 Herten in zentraler Lage im Kreis Recklinghausen befindet. 

1. Entstehungsgeschichte 

Das Unternehmen ProVital Amb. Pflege wurde am 01.10.1996 gegründet. Der Name ProVital leitet sich ab von dem Begriff „ für das Leben“. 

Unser Pflegeleitbild: 

Nicht da ist man daheim, wo man seinen Wohnsitz hat, sondern da, wo man verstanden wird. (Christian Morgenstern). 

Bei Firmengründung bestand die Firma aus drei GesellschafterInnen. Diese hatten die gleiche Motivation, durch die selbstständige Existenz, eigene Ideen in der ambulanten Pflege zu verwirklichen und verantwortliche Entscheidungen zu treffen. Durch das Ausscheiden einer Gesellschafterin zum 31.12.1996 wurde das Unternehmen ab dem 01.01.1997 weitergeführt durch Ralf und Rosemarie Beier. Nach dem Tod des Geschäftsführers Ralf Beier im April 2008 wird das Unternehmen alleine von Rosemarie Beier geführt.
 

2. Aufbau des Pflegedienstes 

Wir bieten unseren Pflegebedürftigen eine konstante Versorgung entsprechend des pflegerischen Bedarfs und den individuellen Bedürfnissen, d. h. wir sind 24 Stunden am Tag zu erreichen. Unsere Bürozeiten sind Montag bis Donnerstag von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr und Freitag von 9.00 Uhr bis 14.00 Uhr. Außerhalb der Bürozeiten sowie an Wochenenden und Feiertagen ist über die Rufbereitschaft des Pflegedienstes ein/e MitarbeiterIn unseres Pflegedienstes erreichbar. In besonderen Fällen kann sich die Dienst habende Pflegekraft jederzeit mit der Pflegedienstleitung oder deren Stellvertretung in Verbindung setzen (Hintergrunddienst). Wir arbeiten unter ständiger Verantwortung von zwei ausgebildeten Pflegedienstleitern. Sie verfügen neben einer pflegerischen Ausbildung über langjährige fachliche Erfahrung im Pflegedienst. Darüber hinaus haben sie eine Zusatzqualifikation zur Leitung einer ambulanten Pflegeeinrichtung im Umfang von insgesamt jeweils min. 460 Stunden und diverse weitere Fortbildungen abgeschlossen z. B. „Qualitätsmanagement“. Unser Pflegedienst erfüllt alle vertraglich vereinbarten personellen Voraussetzungen. Des Weiteren sind wir ein Ausbildungsbetrieb. Unser derzeitiger Personalstamm besteht aus 30 MitarbeiterInnen.
 

3. Darstellung des Leistungsangebotes
 Unser Pflegedienst erbringt Leistungen im Bereich der Krankenversicherung, Pflegeversicherung sowie im Auftrag der Sozialleistungskostenträger. Darüber hinaus bieten wir unseren Pflegebedürftigen zusätzliche Dienstleistungen an wie z. B. die psychosoziale Betreuung, Wundmanagement. 

3.1. Krankenversicherung
 Im Rahmen der Krankenversicherung bieten wir folgende Leistungen an: 

§ 37,1 SGB V: Krankenhausersatzpflege 

  •  zur Vermeidung von Krankenhauseinweisungen
  • zur Verkürzung eines Krankenhausaufenthaltes 
  • wenn Krankenhausbehandlung geboten, aber nicht ausführbar ist.

Dies beinhaltet insbesondere: 

  1. Anleitung bei der Grundpflege in der Häuslichkeit 
  2. Ausscheidungen 
  3. Ernährung 
  4. Körperpflege 
  5. Hauswirtschaftliche Versorgung

 § 37,2 SGB V: Behandlungspflege 

  • zur Sicherstellung der ärztlichen Behandlung
  •  

Dies beinhaltet insbesondere:

  •  Absaugen 
  • Anleitung bei der Behandlungspflege in der Häuslichkeit 
  • Blasenspülung 
  • Blutdruckmessung 
  • Blutzuckermessung 
  • Dekubitusbehandlung 
  • Überprüfen und Versorgen von Drainagen 
  • Einlauf/Klistier/Klysma zur Enddarmausräumung 
  • Flüssigkeitsbilanzierung 
  • Infusionen 
  • Inhalationen 
  • Injektionen 
  • Instillation 
  • Auflegen von Kälteträgern 
  • Versorgung suprapubischer Katheder 
  • Katheterisierung der Harnblase 
  • Spezielle Krankenbeobachtung 
  • Medikamentengabe 
  • Bäder zur Behandlung von Hauterkrankungen 
  • Versorgung bei perkutaner endoskopischer Gastrostomie (PEG) 
  • Stomabehandlung 
  • Wechsel und Pflege der Trachealkanüle 
  • Pflege des zentralen Venenkatheders 
  • Anlegen und Wechseln von Wund- oder Kompressionsverbänden 
  • An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen der Klassen II - IV 
  • Anlegen von stützenden und stabilisierenden Verbänden 

§ 38,1 SGB V: Pflichtleistung •

  • Familienpflege, Kinderbetreuung bei Verhinderung der Pflegeperson. 

 3.2 Pflegeversicherung 

Wir erbringen nach den Maßgaben des SGB XI Leistungen im Bereich der Körperpflege, Mobilität und hauswirtschaftlichen Versorgung nach Maßgabe der gültigen Leistungskomplexe in NRW. Wir beraten pflegende Angehörige über die Leistungen der Pflegeversicherung und unterstützen gezielt bei der Pflege vor Ort. 

§ 45 b (SGB XI) : Zusätzliche Betreuungsleistungen (psychosoziale Betreuung) 

 

3.3 Sozialversicherung  

§ 68 BSHG : Hilfe zur Pflege SGB 12 

  • Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung 

§ 69 b BSHG : Ergänzende Hilfe zur Pflege 

 

4. Organisation des Pflegedienstes 
Unser Pflegedienst erbringt Pflegeleistungen nach den Maßgaben des SGB XI, SGB V, BSHG sowie Privatleistungen. Unser Leistungs- und Beratungsangebot wird in unserer Broschüre mit den Preisen beschrieben. Diese wird an Interessierte und an unsere neuen Pflegebedürftigen übergeben. 

5. Auswahl und Einarbeitung neuer Mitarbeiter 
Wir legen großen Wert bei der Auswahl unserer Mitarbeiter auf fachliche Qualifikation, soziale Kompetenz, insbesondere im Umgang mit unseren Pflegebedürftigen und Teamfähigkeit. Die Aufgaben und Kompetenzen der Mitarbeiter sind in Stellenbeschreibungen näher bestimmt. Die Einarbeitung neuer Mitarbeiter erfolgt anhand eines strukturierten und schriftlichen Einarbeitungskonzepts. Die Einarbeitungszeit richtet sich nach den beruflichen Erfahrungen des neuen Mitarbeiters in der ambulanten Pflege und dauert in der Regel 2 Wochen. Wir beschäftigen als Stammpersonal Mitarbeiter mit folgenden Qualifikationen: 

  • Krankenpfleger/schwestern 
  • Altenpfleger/in 
  • Haus- und Familienpfleger/in 
  • Hauswirtschaftskräfte 
  • Verwaltungsangestellte, Bürokraft 
  • Praktikanten, Auszubildende 

Pflegerische Hilfskräfte ohne pflegerische Vorkenntnisse stehen unter ständiger fachlicher Anleitung der Pflegedienstleitungen. Aufgrund unserer Personalstruktur wird eine kompetente und bedarfsgerechte Pflege nach den allgemein anerkannten Pflege wissenschaftlichen Erkenntnissen geleistet. 

6. Pflegeverständnis und Pflegemodell
 Unser soziales Engagement wird durch die Umsetzung des holistischen Ansatzes in der Pflege und Betreuung wie auch in der MitarbeiterInnen-Führung zum Ausdruck gebracht. Dienstleistungen werden nach aktuellem medizinischen und pflegerischen Kenntnisstand erbracht. Unsere Aufgabe ist es, dem Menschen in seinen Lebensaktivitäten, die er nicht mehr eigenständig ausführen kann zu unterstützen und zu aktivieren, damit er im Rahmen seiner Möglichkeiten ein unabhängiges Leben führen kann. Pflege umfasst eine große Verantwortung gegenüber allen betroffenen Menschen und ihren Angehörigen. 

Unser Pflegeverständnis prägt die: 

  • Art und Weise des zwischenmenschlichen Umgangs 
  • Durchführung der Pflegeleistung 
  • Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse der zu Pflegenden 
  • sowie Art und Umfang der Hilfeleistung. 

Wir orientieren unsere Pflege am Pflegemodell von Schwester Liliane Juchli, weil sie unserer Ansicht nach in ihrem Modell, die Eigenständigkeit der Pflege betont und durch den ganzheitlichen Pflegeansatz eine umfassende und aktivierende Pflege ermöglicht. Juchli geht davon aus, dass der Mensch aus ineinander übergreifenden Elementen Körper – Geist – Seele besteht. Diese Elemente zeichnen die Ganzheitlichkeit des Menschen aus. Sie können nicht getrennt voneinander betrachtet werden und der Mensch lässt sich nicht auf ein Element reduzieren. Das Pflegemodell beinhaltet die 12 Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL). Diese bilden die Grundlage für die Anwendung des Pflegeprozesses. 

Die 12 ATL beinhalten: 

  • Wach sein und Schlafen 
  • Regulierung der Körpertemperatur 
  • Sich bewegen 
  • Atmen 
  • Sich waschen und kleiden 
  • Sich sicher fühlen 
  • Essen und Trinken 
  • Kind, Mann, Frau sein 
  • Kommunikation 
  • Raum und Zeit gestalten, arbeiten und spielen 
  • Ausscheiden 
  • Sinn finden im Werden und Vergehen 

Die 12 Lebensaktivitäten werden in zwei Gruppen eingeteilt: 

     
  • Biologische Notwendigkeiten Atmen, Essen, Trinken, Ausscheiden, Kontrolle der Körpertemperatur, Schlafen, Bewegen, Sterben. 
  • Aktivitäten, die kulturellen und sozialen Einflüssen unterliegen Sich eine sichere Umgebung schaffen und erhalten, kommunizieren, persönliches und individuelles Waschen und Kleiden, Arbeit und Spiel, Sexualität ausdrücken und ausüben.

7. Pflegeprozess
 Wir führen zur Feststellung des Pflegebedarfs und der häuslichen Pflegesituation einen Erstbesuch beim Pflegebedürftigen durch. Sollte sich dieser in einer anderen Pflegeeinrichtung befinden, führen wir ein Vorgespräch durch, um notwendige Maßnahmen für die Entlassung in die häusliche Versorgung planen zu können.

 Das Aufnahmegespräch wird von der leitenden Pflegefachkraft oder deren Stellvertretung geführt. Anhand eines standardisierten Pflegeanamnesebogens, orientiert an den ATL, werden Informationen zum Pflegebedarf, die Möglichkeiten der aktivierenden Pflege sowie die Fähigkeiten des Pflegebedürftigen ermittelt. Angehörige und weitere Pflegepersonen werden in das Gespräch einbezogen.

 Es wird für jeden Pflegebedürftigen ein Kostenvoranschlag erstellt und ein schriftlicher Pflegevertrag in dreifacher Ausfertigung geschlossen. Ein Exemplar wird dem Pflegebedürftigen ausgehändigt. Bei Veränderungen im Pflegeumfang wird der Vertrag entsprechend angepasst.

 Aufgrund der Pflegeanamnese wird zur Durchführung einer aktivierenden Pflege eine Pflegeplanung erstellt und die Verantwortlichkeit im Rahmen der Leistungserbringung festgelegt. Die Pflegeplanung enthält Probleme, Ressourcen und Pflegeziele, die realistisch und überprüfbar sind sowie geeignete Maßnahmen zur Zielerreichung. Bei der Durchführung der Pflege wird auf ein einheitliches Vorgehen durch die individuelle Anwendung von Pflegestandards geachtet. Wir beziehen den Pflegebedürftigen, soweit möglich, in die Pflege aktiv mit ein. Die Pflegeplanung wird regelmäßig durch Pflegevisiten im Hinblick auf Wirksamkeit der Pflege, Zielerreichung und Zufriedenheit des Pflegebedürftigen ausgewertet und dem Verlauf des Pflegeprozesses angepasst. Alle Daten unserer Pflegebedürftigen werden in einem eigens dafür entwickelten Dokumentationssystem erfasst.

 Die Dokumentationsunterlagen werden sach- und fachgerecht geführt und in der Regel beim Pflegebedürftigen aufbewahrt.

 Wir unterstützen Angehörige und weitere Pflegepersonen durch gezielte Anleitung in der Pflege und bieten regelmäßige Beratungsgespräche an. Für unsere Pflegebedürftigen führen wir regelmäßige Aktivitäten durch, um die Teilhabe am sozialen Leben zu fördern bzw. zu erhalten. 

8. Dienst - und Tourenplanung 
 Die zeitliche Organisation der Patiententouren richtet sich nach den Bedürfnissen unserer Pflegebedürftigen. Der Dienstplan wird in der Regel 4 Wochen im Voraus erstellt, dieser liegt im Büro aus und ist jedem Mitarbeiter zugänglich.
 Durch eine Zuordnung der Mitarbeiter zu festen Patiententouren (Bezugspflege) sind wir bestrebt, den Personalwechsel beim Pflegebedürftigen gering zu halten und den Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zu fördern. Der Dienst beginnt i. d. R. in den Büroräumen und endet in den Büroräumen des Pflegedienstes, so dass ein ständiger Informationsaustausch gewährleistet ist.
 Nach jeder Patiententour werden für die nachfolgenden Mitarbeitern relevante Informationen über die Pflegebedürftigen in einem Informationsbuch dokumentiert. Darüber hinaus führen wir regelmäßig mit den Mitarbeitern eine Dienstbesprechung durch und protokollieren diese. 

9. Maßnahmen zur Qualitätssicherung
Wir sind ständig bestrebt, die Qualität unserer Arbeit zu optimieren. Aus diesem Grunde führen wir regelmäßig Maßnahmen zur Qualitätssicherung durch z. B. interne und externe Fortbildungen. 

Dazu gehören: 

  • Die Pflege unserer Pflegebedürftigen nach Pflegestandards und deren regelmäßige Überprüfung durch die Pflegedienstleitung. 
  • Die regelmäßige, geplante interne und externe Fortbildung der Mitarbeiter orientiert an den Erfordernissen des Pflegedienstes und der Qualifikation der Mitarbeiter. 
  • Das Bereitstellen von Fachliteratur und Fachzeitschriften, die für alle Mitarbeiter zugänglich und entleihbar sind. 
  • Regelmäßige Durchführung von protokollierten Dienstbesprechungen. 
  • Regelmäßige Pflegevisiten werden von den Pflegedienstleitungen durchgeführt und protokolliert. 
  • Ein Beschwerdemanagement wurde installiert. 
  • Eine Qualitätsbeauftragte (Claudia Nienstedt) wurde einberufen und erfolgreich geschult. 
  • Ein Qualitätszirkel wurde gebildet.